Deutschland, und zurück #1: Rückkehr

München, Anfang 2016

Ich war weg. Kam zurück nach dem deutschen Willkommenssommer, dem Pariser Terrorherbst, der Kölner Neujahrshysterie. 

Es war wie ein Zurückkommen in ein anderes Land. 

Durch indische Zeitungen hatte ich es mitbekommen: Wie Merkel die Grenzen öffnete. Wie Bewohner*innen meiner Stadt die Flüchtenden begrüßten. Wie Deutschland plötzlich zeigte, dass es möglich war, aus der Geschichte zu lernen. Ein Artikel in der Times of India reflektierte: Menschen, die in extra bereit gestellten Zügen durch Deutschland rollten — es überfalle einen nicht mehr mit dem Eindruck des unheimlich Grausamen.

Einmal war das Menschliche die bestimmende Komponente der Politik. Einen Sommer lang. Von den hiesigen Zweifeln an der Machbarkeit der Menschlichkeit hörte ich im Ausland nichts.

Dann war ich zurück — inmitten der neuen rechten Hetze nach Köln, dem Obergrenzengeschrei der regierenden Parteien und steigenden Anschlägen auf Asylunterkünfte. Die Große Koalition brachte ein menschen-, insbesondere familienverachtendes Asylpaket durch. Grenzen am und im Schengen-Raum wurden dicht gemacht. Und die Afd hielt Einzug in drei Landesministerien.

Ab sofort müssen wir alle unter Beweis stellen, wieweit wir aus der Geschichte gelernt haben.

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